Stiftung Warentest | Mineralwasser im Test

Filterzentrale · Zuletzt aktualisiert: 06.08.2025
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Mineralwasser im Test


Viele Menschen glauben, Mineralwasser sei besonders rein und daher automatisch gesund. Mit diesem weit verbreiteten Vorurteil räumt nun auch die Stiftung Warentest auf. Die erschreckenden Ergebnisse zeigen, durch welche Verunreinigungen Mineralwasser belastet sein kann.

Die Reinheit des Mineralwassers steht infrage
„Mineralwässer stammen aus geschützten Quellen und müssen im Gegensatz zu Leitungswasser nicht aufbereitet werden“, so lautet eine oft zitierte Aussage der Mineralwasser-Abfüller. Die Stiftung Warentest sieht das jedoch deutlich kritischer. Nicht selten gelangen oberirdische Verunreinigungen wie Süßstoffe, Korrosionsschutzmittel oder Abbauprodukte von Pestiziden in die Mineralwasserquellen.

Dies ist ein Beleg dafür, dass viele Mineralwasserquellen nicht ausreichend geschützt sind. Verunreinigungen gelangen über die Landwirtschaft sowie durch Abwässer aus Haushalten, Industrie und Krankenhäusern ins Grundwasser. Von dort sickern sie in tiefere Schichten und bedrohen so die Qualität der Mineralwasserbrunnen.

Dr. Arnold Gawlik, Experte beim geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen, wird im Artikel der Stiftung Warentest folgendermaßen zitiert:

„Anthropogene, also vom Menschen eingetragene Substanzen dringen beispielsweise in eine Mineralwasserquelle ein, wenn ihr Brunnen fehlerhaft ausgebaut ist und oberflächennahes Wasser zuströmt.“

Im Idealfall werden Mineralwasserquellen von dichten geologischen Schichten wie Ton geschützt. Die Ergebnisse der Stiftung Warentest zeigen jedoch, dass man sich darauf nicht immer verlassen kann.

Mineralwasser ist verunreinigt – Orientierungswerte massiv überschritten
Die Untersuchung ergab, dass Pestizide, wie Pilz- und Unkrautvernichtungsmittel aus dem Raps-, Rüben- und Maisanbau, im Mineralwasser nachweisbar sind. Zwei der vier getesteten Herbizide überschritten mit je 200 Nanogramm pro Liter den Richtwert von 50 Nanogramm pro Liter um das Vierfache.

Zwar besteht laut Stiftung Warentest kein unmittelbares Gesundheitsrisiko für gesunde Erwachsene, jedoch wird Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem vom Konsum abgeraten. Die Stiftung empfiehlt sogar, Mineralwasser vor dem Trinken abzukochen, um mögliche Keime abzutöten.

Erwartungen der Verbraucher werden nicht erfüllt
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschied 2013, dass Verbraucher kein Mineralwasser „völlig frei von fremden Stoffen“ erwarten dürfen. Das steht im Gegensatz zu den Ergebnissen einer Umfrage der Stiftung Warentest: 91 % der Befragten erwarten, dass natürliches Mineralwasser keinerlei Rückstände von Arzneimitteln, Pestiziden oder Süßstoffen enthält.

Filterung von Mineralwasser ist gesetzlich verboten
Technisch wäre es problemlos möglich, Schadstoffe aus Mineralwasser zu filtern. Doch ausgerechnet diese Filterung ist gesetzlich untersagt. Die Mineral- und Tafelwasserverordnung schreibt vor, dass Mineralwasser „natürlich“ sein muss. Das bedeutet de facto: Mineralwasser darf weiterhin Rückstände von Medikamenten, Pestiziden und Chemikalien enthalten.

Damit bleibt das Mineralwasser auch künftig belastet – trotz strenger Kontrollen.

Was sollten Mineralwassertrinker jetzt tun?
Das klingt paradox, ist aber gesetzlich so geregelt: Das Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist meist wesentlich sauberer als Mineralwasser. Grund dafür sind deutlich strengere Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung im Vergleich zur Mineralwasserverordnung.

Allerdings ist auch Leitungswasser nicht vollkommen frei von Schadstoffen. Dort finden sich ebenfalls Chemikalien, Schwermetalle und Arzneimittelrückstände – wenn auch meist in deutlich geringerer Konzentration.

Die beste Lösung: Umkehrosmose
Wer wirklich reines Wasser genießen möchte, sollte auf ein von der NASA mitentwickeltes Verfahren zurückgreifen: die Umkehrosmose.

Dabei wird Wasser durch eine mikroperforierte Membran gepresst, die nur reine Wassermoleküle passieren lässt. Größere Moleküle und Verunreinigungen – wie Schwermetalle, Bakterien, Viren, Pestizide, Fungizide, Herbizide und Tenside – bleiben zurück und werden mit dem Abwasser entsorgt.

Wie funktionieren Osmoseanlagen?
Osmoseanlagen arbeiten mit mindestens einer solchen Membran. Zusätzlich enthalten sie Vorfilter, die grobe Verunreinigungen und Schwebstoffe aus dem Leitungswasser entfernen, um die Lebensdauer der Membran zu verlängern.

Diese Anlagen können einfach in Privathaushalten installiert werden und liefern auf Knopfdruck hochwertiges, sauberes Trinkwasser.